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Wales - Deutschland (in Cardiff) 0:2 (0:2) | 01.04.2009 Drucken
6. Spieltag / WM-Qualifikation 2010 / Millenium Stadium Cardiff (26.064 Zuschauer)

Nach dem erfreulichen 2:0 Auswärtssieg in Burghausen am Vortag war das nächste Reiseziel unserer mittlerweile auf fünf Personen angewachsenen Reisegruppe nun das walisische Cardiff.
Vom Flughafen Salzburg, auf dessen Toiletten es die meiner Meinung nach ersten wirklich funktionierenden Warmlufthändetrockner gibt, starteten wir um 9:50h nach London-Stansted. Mit dem Mietwagen legten wir dann in knapp 3 Stunden die 300km nach Cardiff zurück. Vor Ort wurde dann der Wagen in einer etwas düster wirkenden Gegend abgestellt, welche aber nur eine Viertelstunde vom mitten in der Stadt gelegenen Millenium Stadium entfernt war. Aufgrund der standhaften Weigerung, in den verhassten Fanclub Nationalmannschaft einzutreten, war der Großteil unserer Reisegruppe ohne Tickets angereist, da der DFB es ja nicht für nötig hält, auch an Nicht-Mitglieder des Fanclubs Karten zu veräußern. Man will dort wohl nicht einsehen, dass es Menschen gibt, die auf einen Schal mit Coca-Cola-Logo sehr wohl verzichten können. Der DFB wies auf seiner Homepage noch mal ausdrücklich darauf hin, dass eine Anreise ohne Ticket keinen Sinn mache, da es vor Ort keinerlei Tickets zu erwerben geben würde.
Vor Ort wurden dann natürlich doch Karten für den Gästeblock verkauft, seltsamerweise in den gleichen Tickethäuschen, in denen die Fanclubmitglieder ihre Voucher einlösen mussten. Der Unterschied bestand nur darin, dass die Fanclubmitglieder vom DFB noch großzügig um zusätzliche 15,- EUR Bearbeitungsgebühren für die gleichen Karten erleichtert wurden. Da kann man als Fanclubmitglied doch wirklich nur noch "Danke DFB!" sagen. Wahrscheinlich brauchte man die Gebühren für die Reisespesen der mitgebrachten Ordner und Voucher-Umtauscher. Der größte Fußballverband der Welt muss halt sparen wo es geht.
Der Pub gegenüber dem Stadion war schon fest in Deutscher Hand und unter den teilweise doch etwas finster dreinschauenden Gestalten trafen wir dann auch ein paar bekannte Gesichter aus der Löwenstadt. Nach einem Pint zogen wir noch ein minimales Kulturprogramm durch und kehrten dann zum Abendessen in  einen Pub der altbekannten Wetherspoon-Kette ein. Die Preise dort sind ohnehin schon unverschämt günstig, und durch das schwache Pfund muss man selbiges zurzeit wirklich nicht mehr zweimal umdrehen.
Eine Stunde vor Anpfiff gingen wir dann in das vor etwa 10 Jahren fertig gestellte Millenium Stadium, welches sich direkt neben dem Rugby-Stadion befindet. Beim Neubau des Millenium Stadiums wurde eine alte Kurventribüne teilweise in das neue Stadion integriert, weshalb das Stadionrund optisch nicht ganz so "perfekt" aussieht, was aber nur von Vorteil für den Gesamteindruck ist. Unsere Plätze befanden sich im Oberrang, wo sich viele "normale Leute" einfanden, die offenbar auch erst kurz zuvor ihre Karten gekauft hatten. Der Großteil der Fanclub-Trottel wurde im Unterrang untergebracht.
Zum Spiel wurde an anderen Stellen schon mehr als genug geschrieben. Ballacks Bombe zum 1:0 schlug ja auf unserer Seite des Stadions ein und war wirklich nett anzusehen. Das 2:0 "Eigentor" von Gomez war zwar nicht schön, aber wichtig, um den Sieg gegen eigentlich ziemlich harmlose Waliser einzufahren. Von der Stimmung her war das heutige Spiel eher einer der schlechteren Auswärtsauftritte Deutschlands. Sicherlich war dies auch eine Folge der seltsamen Aufsplittung des Gästebereichs auf mehrere Blöcke (Ost- und Westdeutschland?) Allerdings war das Spiel in der zweiten Halbzeit auch wirklich ziemlich öde anzusehen. Eine schlimme Feststellung musste man allerdings noch machen: Die "Fußballmafia DFB"-Gesänge wurden nur noch von einer Minderheit mitgetragen, womit bestätigt wurde, dass die Fähnchenschwenker vom Fanclub langsam aber sicher die Mehrheit im Gästeblock stellen.
Nach dem Spiel fanden wir unseren Mietwagen erfreulicherweise noch im gleichen Zustand wie am Nachmittag wieder und steuerten auf dem Weg zum Motorway noch einen riesigen 24h-Supermarkt an, wo wir noch ein wenig Proviant für die Rückreise bunkerten. Um halb drei schlugen wir wieder in Stansted auf, wo wir dann noch mehr oder weniger erfolgreich ein Stündchen auf der Heizung genickert wurde. Mit der 6:40-Maschine ging es zurück über den Kanal nach Bremen. Knappe zwei Stunden später waren wir dann wieder zurück in der schönsten Stadt der Welt.

 
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