SK Slavia Praha - FC Tescoma Zlín 1:0 (1:0) | 18.09.2005
Gambrinus Liga Tschechien / Stadion Strahov/Evzena Rosickeho, Prag (2.514 Zuschauer)
Nach einem kurzen touristischen Einlage im Anschluss an das Spiel Sparta Praha B - Dynamo Budejovice stand um 17h als Abschluss unserer kleinen Wochenendtour die Erstligabegegnung zwischen Slavia und Zlin an.
Beide Mannschaften waren schwach in die Saison gestartet und befanden sich in der Nähe der Abstiegsränge. Entsprechend gering war auch der Zuschauerandrang, denn es verloren sich nur knappe Zweieinhalbtausend Zuschauer (davon immerhin ca. 5 Gäste) im weiten Rund des Strahov-Stadions. Selbiges befindet sich in einer Sandwich-Lage zwischen dem Pratelstvi-Stadion und dem riesigen Spartakiade-Stadion welches früher 250.000 Plätze bot und heute aufgrund seiner Größe mehrere (!) Trainingsplätze beherbergt. Das Slavia-Stadion ist schon ein wenig in die Jahre gekommen, versprüht aber trotz des leicht baufälligen Eindrucks noch einen gewissen Charme. Die Gegengerade und die Kurven bieten 2 Ränge, wovon der obere extrem steil ist und daher von dort trotz der Leichtathletik-Laufbahn eine gute Sicht gewährleistet ist.
Vor Spielbeginn gönnten wir uns erstmal eine der berüchtigten tschechischen Stadionbratwürste, welche unter dem Namen „Klobasa“ bekannt sind, von uns aber aufgrund ihrer Konsistenz nur noch „Plock“ genannt werden. Auf ein Bierchen mussten wir leider verzichten, denn es gab nur alkfreien Gerstensaft. Und das in Prag! Wirklich unglaublich…
Im Gegensatz zum Kick am heutigen Morgen waren die Zuschauer dann doch etwas munterer. Wir hatten uns ein paar nette Plätze in der Sonne gesucht und waren dabei genau unterhalb des Pöbel.Blocks gelandet. Man hat mal wieder nichts verstanden aber genau gewusste was gesagt wurde :-)
Die etwas sangesfreudigeren Fans (heute ca. 40)haben ihre Heimat auf dem Oberrang der Südkurve gefunden. Von dort waren ab und zu Gesänge zu hören, aber nur ganz selten machte der Rest im Stadion mit. Nach Beginn der zweiten Halbzeit gab es dann sogar ein wenig Pyro zu sehen. Leider war man im Umgang damit wohl ein wenig ungeübt und ein Missgeschick setzte eine der eigenen Zaunfahnen in Flammen. Daraufhin konnte man einen respektablen Sprint einiger Feuerwehrleute von der Tartanbahn in den Oberrang beobachten. Leider reichte der aufopferungsvolle Einsatz nicht mehr dazu aus, die ganze Fahne zu retten. Und so war aus der Gruppierung „Red-White-Power“ durch einen Raub der Flammen die "White Power" geworden.
Das Spiel an sich wurde den Vorahnungen der Daheimgebliebenen Zuschauer offensichtlich gerecht und bot doch ziemlich fundierte Magerkost. Slavia ging zwar kurz vor der Pause in Führung, war aber nicht in der Lage, den Vorsprung trotz einiger guter Möglichkeiten auszubauen. Normalerweise rächt sich so was ja immer, aber die Truppe aus Zlin war einfach zu schlecht. So gewannen die Gastgeber am Ende verdient mit 1:0 und verschafften sich so ein wenig Luft zum Tabellenkeller. Uns zog es nach dem Abpfiff zum Ausklang der Tour wieder in die nette Kneipe vom Vorabend, woran die überzeugenden Argumente der Bedienung nicht ganz unschuldig waren. Die Zugfahrt bis Dresden und die anschließende Autofahrt nach Braunschweig verliefen diesmal ohne Unfall und so waren wir gegen 17h wieder in der Heimat.