4. Spieltag / Champions League / Camp Nou (49.479 Zuschauer)
Zu nachtschlafender Zeit verließ unsere buntgemischte, siebenköpfige Reisegruppe die Löwenstadt in Richtung Berlin-Schönefeld, von wo aus es mit Easyjet in 2,5 Stunden für schmales Geld nach Katalonien ging. Unterwegs erfuhr man mal wieder, dass das Verzehren von mitgebrachten Getränken verboten sei und wie immer scherte sich kaum jemand drum. Mit dem Aerobus (4,05 EUR) ging es dann recht fix direkt in die Innenstadt, wo unser spanisch sprechender Verbindungsoffizier eine Unterkunft an der Flaniermeile Ramblas gebucht hatte. Die Herberge war mit ihren Sichtbeton-Flair und der sparsamen Zimmereinrichtung nicht unbedingt hübsch, aber von der Lage her ein absoluter Volltreffer. Markthalle und U-Bahnstation „Liceu“ liegen um die Ecke und günstig war es außerdem. Wer für ein oder zwei Nächte eine zentral gelegene Unterkunft benötigt, dem sei dieses Hostel wärmstens empfohlen. Nach dem Mittagessen in einer kleinen Kaschemme wurde noch ein wenig die Umgebung erkundet. Die bereits erwähnte Markthalle ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Auch die teilweise bedrohlich engen Seitengassen bieten viele sehenswerte Ecken. Später suchten wir dann den nah am Hostel gelegenen „Plaça Reial“ auf, wo sich schon etliche der ca. 3.000 mitgereisten Basel-Fans eingefunden hatte. Bei milden Temperaturen und Sonnenschein verbrachten wir hier noch einige interessante Stunden (Grüße an die Brüder). Gegen 18h fuhren wir dann mit der Metro in Richtung „Camp Nou“. Auf dem Weg von der U-Bahn-Station „Les Corts“ bekommt man mit jedem Schritt ein wenig mehr vom Stadion zu sehen. Es ist schon ein beeindruckender Anblick, wenn man zum ersten Mal die riesige Gegengerade vor sich aufragen sieht. Da wir Karten für den Gästeblock hatten, kamen wir so in den Genuss von Plätzen im obersten Rang. Dies bedeutete zwar jede Menge Treppen steigen, aber oben angekommen ist der Anblick des Stadions einfach nur geil. Die steilen Ränge sind wahrlich nichts für Schisser :-).
Schönen Dank an Robin für die Fotos von "gegenüber"!
Das Zuschauerinteresse hielt sich heute sehr in Grenzen, letztlich waren die Ränge nur etwa zur Hälfte gefüllt. Die spärlichen Anfeuerungsrufe der Heimseite erinnerten an den Kölner Südfriedhof. Ich hatte vorher nicht viel erwartet, aber das war dann doch wirklich erschreckend schwach. Die meist vorherrschende Grabesstille kam natürlich den Gästen entgegen, die sich heute ohne Gegenwehr akustisch austoben konnten. Das Spiel war leider nicht besonders aufregend, da die Katalanen nur das nötigste taten und den FCB damit immer noch gnadenlos dominierten. Die wenigen Baseler Angriffe verpufften meistens überhastet. Nach einer guten Stunde fiel zwangsläufig der sicher nicht unverdiente Führungstreffer der Gastgeber. Diesen reichte der knappe Vorsprung offenbar und man schaltete einen Gang zurück. Dadurch kam der FCB doch noch mal ins Spiel zurück und erzielte kurz vor dem Ende den Ausgleich, wodurch der Oberrang bedenklich in Wallung kam. Das 1:1 konnte über die Nachspielzeit gerettet werden, wodurch der FCB seinen ersten Punkt in der laufenden Saison holte uns sich sogar noch Hoffnungen auf die Teilnahme in der „Trostrunde“ UEFA-Pokal machen kann. Nach dem Spiel gab es leider noch eine ewig lange Blocksperre wodurch wir erst über eine Stunde nach Spielende wieder in der U-Bahn saßen. In der Nähe des Hostels besuchten wir abschließend noch ein Pub, wobei sich gegen 2h dann doch der sehr lange Tag bemerkbar machte und wir zurück zu unserer Herberge gingen. Der Weg dahin wurde zum Hindernisparcours, da sich uns die äußerst aggressiv zu Werke gehenden Bordsteinschwalben quasi in den Weg warfen oder an die Jacken hängten. Nach einem sehr eingeschränkten Frühstück mit Baguettes aus der Vorjahresbäckerei wurde der verbleibende Vormittag noch mal mit Sightseeing verbracht. Nach einem Besuch der Sagrada Familia erkundeten wir noch zu Fuß die Uferpromenade und Teile der Altstadt. In der Markthalle wurden abschließend noch einige Mitbringsel erstanden, bevor wir wieder mit dem Bus zum Airport hinaus fuhren. Der Rückflug war leider pickepackevoll, so dass es recht eng in den Reihen wurde. Aber auch diese Etappe wurde irgendwie überstanden und um kurz vor acht standen wir im Nieselregen vor dem Airport Schönefeld. Das letzte Teilstück per Auto zog sich ein wenig in die Länge, aber irgendwann war dann endlich die Heimat erreicht und eine absolut geniale wie wiederholungswürdige Tour hatte ihr Ende gefunden.