EURO 2004 Vorrunde / Estadio José de Alvalade in Lissabon (31.652 Zuschauer)
Nach einem für uns etwas enttäuschendem EM-Auftakt mit der Nullnummer Schweiz - Kroatien sollte heute alles besser werden. Nach einem gepflegten Kaffee konnte es nun daran gehen, die letzten Kilometer nach Lissabon zurück zu legen. Wir fuhren direkt zum "Estadio José de Alvalade", wo wir unser Mobil für den Tag abstellen wollten. Leider waren die Parkplätze morgens u10h noch nicht geöffnet. Nur dies sagte uns aber keiner, stattdessen wurden von den immer fröhlich durchwinkenden Ordnungskräften immer im Kreis um das Stadion herumgeführt. Die wurde uns dann auch zu blöd und so parkten ganz normal am Straßenrand. Aber so richtig weit weg von der Arena war es dann aber doch nicht, wie man den Fotos entnehmen kann :-) Bei einem Wachmann, der Ailton wie ein Ei dem anderen glich (ich ärgere mich immer mehr, dass ich kein Foto gemacht habe), holten wir uns noch mal ein OK für die den Parkplatz. Nun hieß es auf in die Innenstadt, wo wir ein auf 7 Stunden komprimiertes Stadtbesichtigungs-programm abspulten. Das sah ungefähr so aus Stadion -> Hafen -> Entdecker-Denkmal -> Praca do Comercio -> Fußgängerzone -> Straßenbahn fahren -> Castelo Sao Jorge -> noch mehr Straßenbahn fahren -> Essen -> und wieder Straßenbahn fahren. Mal ehrlich, erstens war es viel zu warm zum Rumlaufen und zweitens macht Straßenbahn fahren in Lissabon einfach nur fett Spaß! Schließlich suchten wir ein Internetcafe auf und checkten, ob die Spielpläne der Segunda Division und der 1. UI-Cup-Runde mit unserer Rückfahrt kompatibel waren. Es sah gut aus!!
Dann machten wir uns langsam wieder auf dem Weg in den Norden der Stadt. Nachdem wir uns versichert hatten, dass das Fahrzeug noch das ist, ging es ins Stadion. Hier bildeten sich bereits lange Schlangen an den Taschen-/Personenkontrollen. Wir waren aber rechtzeitig drin und konnten so in Ruhe die Architektur des sehr bunten Stadions bewundern. Das Auge fiel natürlich gleich auf die Anzeigetafeln, die ja während der Planungsphase vergessen worden waren und schließlich unter Verzicht auf etliche Sitzplätze notgedrungen in den Unterrang gekracht wurden. Die Zuschauer werden leider durch einen tiefen Graben vom Spielfeld getrennt, in dem auch schon mal ein komplette Löschzug Platz finden würde (s.o.). Dennoch war die Sicht aufs Spielfeld hervorragend. Der Anblick der mitgereisten 10.000 Schweden war natürlich nicht nur aufgrund der getragenen Farben sehr beeindruckend. Aber auch die Bulgaren waren mit einer überraschend großen Gruppe vertreten. Es mögen um die 5.000 gewesen sein. Aber dennoch reichte dies natürlich nicht, um das Stadion zu füllen. So blieben rund 20.000 Sitze leer. Für viele Einheimische sind die Kartenpreise wahrscheinlich einfach unerschwinglich gewesen. Da hätte sich die europäische Mafia mal was einfallen lassen können. Wenigsten waren die Preise in den Stadion äußerst zivil: 2 Euro für den halben Liter alkfreies Bier oder Softdrinks sind mehr als günstig. Da muss man daheim bei vielen Oberliga–Clubs tiefer in die Tasche greifen. Das Spiel wurde relativ schnell einseitig, da die Bulgaren nur am Anfang mithalten konnten. Das Endergebnis war mit 5:0 sicherlich etwas hoch, aber unverdient für die Schweden war es aber auch nicht. Jedenfalls konnte man sich voll und ganz der ausgelassenen Jubelstimmung der Nordländer hingeben. Nach Spielende wollten wir noch ein paar Meter in Richtung Norden hinter uns bringen. Letztlich fuhren wir sogar durch und verbrachten die Nacht direkt vor dem Campingplatz in Porto, wo am nächsten Tag Klassiker Deutschland - Niederlande auf dem Programm stand.