RC Strasbourg - Paris Saint Germain 0:0 (0:0) | 01.05.2004
Ligue 1 Frankreich / Stade de la Meinau Strasbourg (25.385 Zuschauer)
Vom Oberliga-Kick TSG Weinheim - Bahlinger SC kommend überquerten wir gegen 18:30 die grenze bei Kehl. In Strasbourg verpassten wir leider aufgrund einer Unachtsamkeit des Navigartors (meine Wenigkeit) die richtige Ausfahrt und machten so noch eine Ehrenrunde, wobei wir beinahe mal wieder eine Einbahnstraße gegroundet hätten. Aber schließlich fanden wir gegen 19h einen Parkplatz in 10minütiger Entfernung vom Stade de la Meinau.
Ich hatte 2 Tage zuvor in einem sehr unterhaltsamen Telefonat (in drei Sprachen, fast schon) mit der Racing-Geschäftstelle 4 Karten bestellt. Diese sollten nun an Schalter 13 für mich bereitliegen. An eben diesem Schalter war dann leider auch eine sehr lange Schlange, die die Hoffnung auf eine Erleben der 1. Halbzeit rapide sinken ließ. Aber irgendwie ging es dann doch sehr schnell und die Karten waren tatsächlich da, in einem beschrifteten Umschlag mit einer mir völlig neuen Interpretation der Schreibweise meines Namens. Aber egal, endlich rein!
Das Stade de la Meinau ist schon 20 Jahre alt und ist ein wirklich feiner Bau. Komplett überdacht bietet es knapp 30.000 Plätze, wobei es erfreulicherweise in den unteren Reihen auch 6000 Stehplätze rund um das Spielfeld gibt, die sich nach Bedarf in Sitzplätze umwandeln lassen. Von dort ist die Sicht zwar nicht besonders gut, dafür ist man aber nahe am Geschehen und der Preis von 11 Euro ist ziemlich fair. Auch für die reichen "Fußballfans" ist gesorgt, das Stadion verfügt über eine Reihe von Logen, die sich aber ziemlich hoch unter dem Dach befinden, und somit nicht so sehr auffallen, wie in anderen Arenen. Es gibt übrigens auch keine Zäune, dafür aber einen ziemlich Tiefen Graben, was zur Folge hatte, dass hin und wieder Ordner mit einem Kescher auf Bälle fischen gingen.
Der harte Kern der Racing-Fans hat sein Refugium in der Nord-West-Ecke des Stadions und wusste durch einen schönen, fast durchgehenden Support zu überzeugen. Ob das immer so ist, oder nur wenn der Tabellenzweite zu Gast ist, weiß man natürlich nicht. Die Gäste aus Paris befanden sich in der Nord-Ost-Ecke hinter einer ziemlich hohen Plexiglaswand (scheint sich ja mittlerweile überall durchzusetzen. Zu beginn gab es auf Seiten der Strasbourger eine nette Choreo mit einer großen Blockfahne, bei den Gäste hingegen viel die Begrüßung ein wenig feuriger aus. Herrlich, so was mal wieder live zu sehen.
Das Spiel war leider nicht so berauschend und es gab wenig schöne Spielzüge zu sehen. Jedoch erarbeiteten sich beide Mannschaften ein paar Chancen, wobei Strasbourg am Ende mehr Vorteile hatte und ein Sieg nicht unverdient gewesen wäre. Es blieb bei einem torlosen Unentschieden, wodurch Paris auf Platz 3 abrutschte und Racing den 4-Punkte-Absand auf die Abstiegsplätze hielt. Den Mitgereisten aus Paris wurde das Spiel wohl schon nach einer halben Stunde ziemlich langweilig, denn zwei Gruppierungen begannen im Block mit einer ziemlich gepflegten Bambule (lt. Hinweisen aus Internetforen zwischen Ultras und einer sehr rechts angehauchten Gruppierung). Die Ordner waren ziemlich machtlos und bekamen zwar gut was ab, die Streithähne jedoch nicht auseinander. Schließlich wurde es der Polizei wohl zu bunt, denn die stürmte kurzerhand den Block, was von unserem Standpunkt aus ein wenig an Asterix und Obelix erinnerte. Mit Tränengas und nicht gerade sparsamen Knüppeleinsatz wurde eine fette Schneise in denn Block geschlagen. Schließlich wurde es wieder ruhig und ab der Zweiten Hälfte wurde auch wieder supportet. Berichten zufolge gab es über 50 Verletzte bei der Schlägerei.
Nach Abpfiff kamen wir verkehrstechnisch relativ stressfrei weg vom Stadion und erreichten gegen 23h unsere Bleibe für diese Nacht, ein Formule 1-Hotel im Norden von Strasbourg. Bei einer kleinen Brotzeit und Bier ließen wir den Tag auf der Terrasse der Hotels ausklingen. Allzu spät wurde es aber nicht, denn am für den nächsten Tag stand die Weiterreise zur luxemburgischen Play-Out-Begegnung FC-Wiltz - Viktoria Rosport an.