Oberliga Westfalen / Stadion am Lotter Kreuz (610 Zuschauer)
Nur 50 Minuten nach dem Abpfiff der Partie Lingen – Oldenburg erreichten wir das Stadion am Lotter Kreuz (neudeutsch: PGW-Arena), wo die heimischen Sportfreunde die Spielvereinigung Emsdetten zum Nachbarschaftsderby empfing. Das Stadion verfügt über eine relativ neue Tribüne, die neben Vereinsheim auch eine kleine Turnhalle enthält. Die Beschallungsanlage ist auf jeden Fall FIFA-WM-Stadion-tauglich, und die „Stadion-Hits Volume II“ des Sprechers malträtierte unsere Trommelfelle recht ordentlich. Neben der Haupttribüne gibt es auf der Gegengerade noch eine kleinere und ältere Sitztribüne, die aber auch überdacht ist. Auffälligstes und uneinholbar hässlichstes Merkmal des Grounds ist jedoch die Sponsorentafel hinter dem linken Tor, gegen die selbst die riesigen Werbebanden im Rostocker Ostseestadion wie winzige Postkarten wirken. Einfach katastrophal dieses Teil. Vor dieser gigantischen Konsum-Collage ist sogar das Tor kaum auszumachen, aber immerhin kann man sich die Balljungen sparen. Zum Einlaufen der Mannschaften gab es dann sogar noch Cheerleader, wodurch der Club in meiner Achtung noch ein wenig weiter sank. Ein weiterer Grund zum Aufregen war die Staatsmacht, die mit mehreren Hunden vertreten war und einen Kollegen nur damit beschäftigte, die Rentner auf der Tribüne zu filmen. Einfach nur noch lächerlich!
Nun aber noch was zum Geschehen auf dem Platz: die Sportfreunde waren während des gesamten Spiels die stärkere Mannschaft und hätten gegen Ende der Partie deutlich höher als 2:0 führen müssen, nicht nur wegen der Überzahl durch Platzverweis, sondern auch wegen zahlloser verschenkter Großchancen. 5 Minuten vor Ende der Partie gab es dann aber plötzlich eine völlig unerwartete Wendung: der Strom fiel aus und 4 der 8 Flutlichtenmasten wurden dunkel. Zu unserer Überraschung unterbrach der Schiri die Partie. Wir fragten uns warum, denn das Restlicht reichte unserer Meinung nach vollkommen aus, zumal man schon Pflichtspiele unter noch schwächeren Flutlicht gesehen hatte. Aber für 10 Minuten ruhte die Partie und es gab viele Gespräche mit wichtigen und weniger wichtigen Offiziellen und Vereinsvertretern schien es, als sollte das Spiel abgebrochen werden. Aber zum Entsetzen der Emsdettener pfiff der Schiedsrichter dann doch wieder an und die Partie wurde zu Ende gespielt. Alles andere wäre auch nur lächerlich gewesen. Wir konnten nun endlich die Rückfahrt antreten, auf der wir knapp einer Massenkarambolage entgingen und schließlich um 21h wieder in der Löwenstadt waren.