2. Spieltag / 3. Liga / Stadion Rote Erde Dortmund (3.260 Zuschauer)
Die neue Saison begann für die Eintracht mit einem nicht unverdient erkämpften 1:0-Sieg gegen die abgestiegenen Osnabrücker. Schon am folgenden Dienstag ging die Liga in die zweite Runde und die Löwen mussten zur gerade aus der Regionalliga aufgetretenen Zweitvertretung des BVB reisen.
Angesichts der „Südlastigkeit“ der Liga war Dortmund an einem Dienstagabend entfernungstechnisch sicherlich ein gern genommener Gegner. Zur Freude aller Beteiligten, sowohl Heim- wie Gästefans, mussten wir keinem gefühltes Geisterspiel im Westfalenstadion beiwohnen, sondern durften im benachbarte Stadion „Rote Erde“ ran. Angesichts der noch anhaltenden Sommerpause in der Bundesliga und keinerlei Terminüberschneidungen – von einem Testspiel der Profis in Koblenz mal abgesehen - war dies also auch für den aktiven BVB-Anhang eine willkommene Gelegenheit, mal wieder einem Pflichtspiel einer Schwarzgelben Mannschaft beizuwohnen. Entsprechend war das Stadion mit über 3.000 Zuschauern recht ordentlich gefüllt. Gut 500 Anhänger aus Braunschweig füllten die Gegengerade zumindest optisch ganz gut und durften sich über eine ordentliche Portion Abendsonne freuen. Sonnenbrand allez!
Das Spiel erinnerte vom Verlauf ein wenig an den letzten Auftritt an gleicher Stelle, als man das Kunststück fertig brachte, gegen eine desolate Dortmunder Mannschaft 0:1 zu verlieren. Heute dominierten auf beiden Seiten die Abwehrriegel und ließen entsprechend wenige Chancen zu. Optisch war die Eintracht ein wenig überlegen, schaffte es aber erst in den letzten 20 Minuten des Spiels, wirklich dominant aufzutreten und sich einige halbwegs passable Chancen zu erspielen. Neuzugang Calamita netzte sogar einmal ein, aber aufgrund schlechter Sicht des Schirigespanns und noch nicht zulässigem Fotobeweis blieb es leider bei einem torlosen Unentschieden. Auf den Rängen entschied der Dortmunder Anhang das Duell eindeutig für sich. Unter dem Dach der alten Haupttribüne gab es fast ununterbrochen Gesänge, die z. T. brachial laut waren. Wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, sich mal richtig auszutoben, nachdem die Südtribüne des Westfalenstadions immer mehr zur Eventfläche verkommen ist. Interessant fand ich dabei auch die Tatsache, dass der gute Support mit entweder sehr dezentem oder teils ganz ohne Trommeleinsatz erzielt wurde. Vielleicht sollte man sich daran mal ein Beispiel nehmen.
Für Eintracht war der eine Punkt am heutigen Abend eindeutig zu wenig, aber vier Punkte aus den ersten beiden Spielen ohne Gegentor sind ja auch nicht so schlecht. Meine neue Lieblingsphrase der Saison ist schon jetzt „Früher hätten wir so ein Spiel verloren.“