Regionalliga Süd / Stadion "Am Schönbusch" Aschaffenburg (2.800 Zuschauer)
Da am heutigen Samstag schon der Bus für das Auswärtsspiel bei Union zur Verfügung stand, wurde ein Spielbesuch bei Viktoria Aschaffenburg gegen Waldhof Mannheim unternommen. Mit acht Personen war der Wagen angemessen ausgelastet und dank einer Geburtstagskiste Wolters von Herrn Bauer wurde es eine kurzweilige Fahrt nach Bayern.
Der aus Zwiebelbaguette- und Camembert bestehende Reiseproviant des kleinen Teamchefs füllte den Bus mit leicht aufdringlichen Gerüchen. Aber auch das konnte die gute Stimmung nicht vermiesen. Als Ralf dann aber auch noch eine Flasche Bionade auf meinem Rucksack verschüttete, war ich dann doch ein wenig aufgebracht. Was sollen denn die Kollegen denken, wenn mein Rucksack auf einmal nach Bionade riecht? :-) In der Fachhochschulstadt angekommen, konnte der Wagen in unmittelbarer Stadionnähe abgestellt werden. Auf dem Weg zum Stadion zeigte sich, dass die Staatsmacht in Bayern sich immer noch genau so dämlich benimmt wie in anderen Landesteilen. Auf halber Strecke zum Stadion wurden Mannheimer gebeten, zurück zum Auto zu laufen und noch einmal umzuparkieren. So ein Blödsinn! Gut, dass unser akzentfreies Hochdeutsch uns eindeutig als nicht Mannheimer oder gar Ascheberger Herkunft identifizierte. Das Stadion am Schönbusch ist leider nicht so der Bringer. Während die neu hergerichtete unüberdachte Gegengerade samt Gästekurve noch einigermaßen einheitlich aussehen, wirken die beiden Stahlrohrkonstrukte gegenüber doch deutlich hässlicher. Das Interesse an der Viktoria scheint durch die vielen Jahre in der Bedeutungslosigkeit doch deutlich nachgelassen zu haben. Offiziell 2.800 Zuschauer wollten das Spiel sehen, wobei mir das deutlich weniger vorkam. Die Mannheimer bevölkerten mit gut 400 Leuten neben der Gästekurve auch einen guten Teil der Haupttribüne. Auf Heimseite war stimmungsmäßig offenbar nichts zu erwarten. Schon beim Vorlesen der Startelf rief niemand, aber auch wirklich niemand die Nachnamen mit, was den Sprecher nicht daran hinderte, weiterhin stur nur die Vornamen vorzulesen. Das heutige Spitzenspiel war durchaus munter anzusehen und nach knapp 20 Minuten gingen die Gastgeber in Führung. Stimmungsmäßig blieb es weiterhin auf dem Level „Friedhof“, nur ein harter Kern im Waldhof-Block sang munter vor sich hin. Der SVW ließ sich durch den Rückstand nicht aus dem Konzept bringen und drehte die Partie noch völlig verdient mit drei Treffern um. War schon schön anzusehen, wie der Mob 3x den Zaun stürmte. Somit findet sich Waldhof nach diesem Spieltag auf einmal in ungeahnten Sphären der Regionalliga Süd wieder. Mal sehen, wo die Reise hingeht, aufgrund der vielen zweiten Mannschaften ist die Südstaffel recht schwer einzuschätzen. Auf jeden Fall wurde einem heute mal wieder klar vor die Augen geführt, welcher Kelch nach der Last-Minute-Quali für die Dritte Liga da an uns vorbeigegangen ist.