Nachdem es mich für eine Woche beruflich ins Schwabenländle verschlagen hatte, stand nach einigen anstrengenden Tagen wenigstens noch ein Besuch im Gottlieb-Daimler-Stadion an, wohin ich es bisher noch nicht geschafft hatte. Den Vormittag verbrachte ich noch in der Stuttgarter Innenstadt, in der es von skurrilen Leuten nur so wimmelte. Bisher dachte ich, in Frankfurt und Hannover würden die meisten Kaputten rumrennen, aber heute wurde ich eines Besseren belehrt. Ich sage nur „Säuglingstaufe ist Satanswerk“. Diese Botschaft trug ein völlig verstrahlter Typ auf einem 1m breiten Schild um den Hals durch die Gegend.
Nachdem ich mich noch in der Innenstadt im VfB-Fanshop mit dem billigsten Ticket versorgt hatte, ging es mit der S-Bahn zum Stadion in Bad Cannstatt. Nach 5minütigem Fußmarsch wurde ich ohne weitere Kontrollen eingelassen. Das Stadion sieht optisch sehr schick aus, was nicht zuletzt an der Dachkonstruktion liegt. Das war’s dann aber auch schon mit den positiven Aspekten. In den flach ansteigenden Kurven ist die Sicht noch bescheidener als im Münchner Olympiastadion. Auch auf den Tribünen ist die Entfernung zum Spielfeld immer noch recht erheblich. Die Fans des VfB können einem echt leid tun, denn der Fanblock in der Kurve ist natürlich nicht das Gelbe vom Ei. Aber ein neues Stadion ist ja nicht in Sicht, da das Daimler-Stadion in den letzten Jahren fleißig ausgebaut und modernisiert wurde (mal abgesehen von den sanitären Einrichtungen). Die aktuelle Ausbaustufe konnte ich bei meinem Besuch im fertigen Rohbauzustand bewundern. Auch die Gegentribüne wird nun von einem Oberrang gekrönt, wenngleich der auch deutlich kleiner ist als auf der mächtigen Haupttribüne.
Zu Gast beim heutigen Spiel waren die Arminen aus Bielefeld, immerhin der beste Aufsteiger der laufenden Saison. Die äußeren Bedingungen waren angesichts der frostigen Temperaturen und der wirklich beschissenen Platzverhältnisse unter aller Sau. Früher wäre so ein Spiel wohl nicht angepfiffen worden. Aber seit das TV die Liga regiert, fallen ja kaum noch Spiele aus. Der Kick war also mehr als schlecht und so konnte ich mir die Zeit damit vertreiben, die diversen kostümierten Dinger im Innenraum zu betrachten. Neben dem bescheuerten Krokodil tummelten sich da nämlich auch noch ein paar andere Gestalten in seltsamer Verkleidung. In der 2. Halbzeit fielen dann wenigstens noch ein paar Tore, wobei der Treffer zum 2:0 durch Cacau besonders hervorzuheben ist. Der Treffer aus ca. 25 Metern war zwar schön anzusehen, geht aber als sehr unsportlich in die Statistik ein, da die Stuttgarter trotz eines verletzt auf dem Platz liegenden Arminen den Ball nicht ins aus spielten. Apropos Arminen: Der Bielefelder Anhang war nur sehr spärlich vertreten Geschätzte 150 Anhänger verloren sich im Gästekäfig. Nicht gerade viel…
Schließlich hatte der Schiri ein einsehen, und pfiff das Gegurke ab. Ihm war sicherlich auch zu kalt. Für mich ging es im ICE endlich wieder zurück in die Löwenstadt, wobei ich mir zwischen Frankfurt und Göttingen noch Gequatsche von 2 Frauen anhören musste, die gerade von einem Akupunktur-Seminar kamen und in meinem Abteil selbiges noch mal Paroli laufen ließen. Immerhin weiß ich jetzt ungefähr, wo die Einstichpunkte für „Dickdarm 1“ und „Dickdarm 2“ sitzen.