25. Spieltag / 3. Liga / Weserstadion Platz 11 (1.600 Zuschauer)
Es gibt Spiele, die bleiben nicht (nur) wegen der Ereignisse auf dem Spielfeld oder auf der Rängen in Erinnerung, sonder vielmehr wegen der Anreise. Das Nachholspiel bei den Amateuren von Werder Bremen fällt klar in die letzte Kategorie.
Ein brennender LKW bei Peine hatte den Verkehr auf der A2 zum Erliegen gebracht und dadurch erlitt die ganze Region um Braunschweig einem Verkehrsinfarkt. Ohnehin schon spät dran starteten wir erst gegen 16.30h an der Hansestraße und entschieden uns für den Weg über die Dörfer und Celle. Besonders schnell kamen wir hier natürlich auch nicht voran, aber wenigstens war man in Bewegung. Der Tenor im Auto zu diesem Zeitpunkt lautete verhalten optimistisch „wenigstens die zweite Halbzeit sehen“. In Celle ging wie immer fast gar nichts voran und so fuhren wir erst gegen 18:15 bei Wietze wieder auf die Autobahn. Der Fahrer trieb die Tachonadel nun in zuvor unerreichte Höhen unter mit unter Neuinterpretation einiger Verkehrsregeln erreichten wir in Rekordzeit die Bremer Innenstadt, in der es an diesem Tage ungewöhnlich viele rote Ampeln mit noch ungewöhnlich längeren Rotphasen gab. Punkt 19h wurde das Auto am Weserstadion abgestellt, nachdem man zuvor noch einen Ordner heftig belegtem als diese die vorderen Parkplätze nicht freigeben wollte. Für wen er die angeblich freihalten sollte, weiß der Iddi wahrscheinlich bis heute nicht. Im Stadion hatte man erfreulicherweise noch nichts verpasst und konnte kurz nach Betreten der Kurve den Führungstreffer durch Dohan bewundern. Schlagartig war aller Stress der Anreise vergessen und man konnte eine überlegen auftretende Eintracht bewundern, wie man es in dieser Saison auswärts noch nicht allzu oft erleben durfte. Nach einer halben Stunde erhöghte Vrancic mit einer sehenswerten Direktabnahme auf 2:0 und so langsam machte sich eine gewisse Sicherheit unter den Mitgereisten breit, dass man hier heute den zweiten Auswärtssieg in Folge holen würde. Bremen hatte wirklich auch gar nichts entgegen zu setzen und mit dem dritten Treffer durch den eingewechselten Calamita war die Partie dann auch entschieden. Eine dieser überlegen gewonnenen Partie angemessene Stimmung kam unter den Gästefans leider nur selten auf. Dies ist sicher auch der baulichen Anordnung der niedrigen Gästekurve geschuldet. Wenn man halbwegs was vom Spiel sehen will, muss man sich einen Platz zu den Geraden hin suchen, womit der Gästeanhang meist in zwei Hälften geteilt wird. Dies war aber wenigstens für einen schönen Wechselgesang genau das richtige. Durch diesen dritten Sieg in Folge klettert die Eintracht nun weiter in der Tabelle und kann sich doch noch berechtigte Hoffnung auf einen Aufstiegsplatz machen. Vor allem, wenn die unerklärlichen Angsthasenauftritte auf fremden Plätzen endlich mal dauerhaft abgestellt werden können. Die Rückfahrt verlief um einiges entspannter und angesichts der andauernden Vollsperrung samt der dahinter seit Stunden im Stau stehenden armen Schweine hatten wir dann doch eigentlich einen sehr lustigen Abend verlebt.