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SG Dynamo Dresden - Eintracht Braunschweig 1:1 (0:1) | 26.09.2009 Drucken
11. Spieltag / 3. Liga / Rudolf-Harbig-Stadion Dresden (18.031  Zuschauer)

Nach zwei Gastspielen auf der Baustelle durfte die Eintracht nun zum ersten Dynamo-Punktspiel im komplettierten Rudolf-Harbig-Stadion antreten. Es hatte sich schon im halbfertigen Rund abgezeichnet: Mit dem neuen Tempel haben sich die Dresdner ein wirklich schmuckes Stadion hingestellt. Lediglich die von Logen und VIP-Bereich dominierte Haupttribüne fällt gegenüber dem restlichen Stadion deutlich ab.

Heute wurde bei der Anreise erstmals die Variante mit dem Parkhaus am Wiener Platz ausprobiert. Da wir von dort dann aber doch zu Fuß zum Stadion gingen, hätte man auch wie bei den früheren Spielen gleich sein Glück in den Nebenstraßen versuchen können. Egal, aufgrund des schönen Wetters ließen wir uns noch ein Stündchen auf der Terrasse vor dem Hygienemuseum nieder. Auf dem Weg zum Gästeblock war von Fantrennung nicht viel zu sehen, aber es blieb soweit alles ruhig. Die Akustik im neuen Stadion schiene auf jeden Fall ordentlich zu sein, da man schon von draußen den Braunschweiger Anhang lautstark „Scheiß Dynamo“ skandieren hören konnte. Die Eintrittspreise hatten es in sich, aber dafür steht man auch nicht mehr im Regen. Außerdem ist die Sicht im Gästestehplatzblock wirklich absolut super. Keine Netze versperren die Sicht, was sich angesichts der später erfolgten Becher- und Böllerwürfe aber bald ändern dürfte. Ziemlich viele Asi-Dresdner haben beim Kartenkauf wohl doch sehr darauf geachtet, möglichst nah an der Glasscheibe zum Gästeblock zu sitzen. Entsprechend freundlich wurde durch und über die Scheibe miteinander kommuniziert. Aber das war immer schon so und ist gibt es auch in anderen Stadien. Nur in Dresden scheint man alles, was aus dem Westen kommt, doch ganz extrem zu hassen.

Immerhin durfte man sich im Tal der Ahnungslosen heute darüber freuen, dass Dresden der Eintracht den ungemein wichtigen Saisonrekord in Sachen Zuschaueranzahl abgejagt hatte. Aber mal im Ernst: 18.000 Zuschauer zum ersten Pflichtspiel im neuen Stadion? Das fand ich schon schwach. In einer Fußballtraditionshochburg wie Dresden hatte ich schon mit mindestens 23.000 Zuschauern gerechnet, zumal es auch gegen Eintracht und nicht Stuttgart II ging. Aber auch hier wie überall ist das Publikum auch ein wenig erfolgsgesteuert und der momentane Tabellenplatz der SGD ist eben nicht der Hit.

Dresden ging zwar schwungvoll in die Partie, überließ allerdings nach einer Viertelstunde der Eintracht die Initiative. Der BTSV legte nun bis zum Halbzeitpfiff eine der besten Saisonleistungen hin und ging völlig verdient durch Banser in Führung. Leider verpasste man es danach, die Überlegenheit in weitere Tore umzumünzen und den Sack zuzumachen. Aber wenigstens nutze man heute mal die Unterlegenheit des Gastgebers aus und stellte sich nicht so dämlich wie bei den letzten drei Auswärtsspielen an.

In der Halbzeitpause zeigte sich dann vorm Gästeblock die sächsische Polizei von ihrer Schokoladenseite und griff einige Leute ab. Ich persönlich habe es nicht gesehen, aber nach Berichten diverser Augenzeugen lebten die Staatsschützer offenbar wieder ein paar Knüppelfantasien an Unbeteiligten aus.

Der Beginn der zweiten Halbzeit verschlief der BTSV leider mal wieder komplett und völlig überraschend fiel das 1:1. Nun wurde es zum ersten Mal richtig laut im Stadion und man konnte sich ausmalen, wie laut es hier bei Vollbesetzung werden könnte. Eintracht fiel aber nun nicht wie früher in sich zusammen, sondern machte weiterhin ein ordentliches Spiel. Zweimal rollte der Ball am Dynamo-Gehäuse vorbei, aber leider drückte kein Eintracht-Fuß den Ball über die Linie. Gegen Ende merkte man doch recht deutlich das Dynamo mit dem einen Punkt zufrieden war und es angesichts der Torchancen auch sein konnte. Aus Eintrachtsicht muss man sicherlich von zwei verlorenen Punkten reden, aber andererseits hatte man wenigstens überhaupt mal wieder auswärts gepunktet.

Die Rückfahrt zog sich leider etwas hin, da es auf der A4 gekracht hatte und wir erstmal eine Stunde im Stau standen. Davon ließen sich die auf der Rückfahrt vom Rudolf-Harbig-Stadion befindlichen Einsatzkräfte allerdings nicht aufhalten. Mit Blaulicht wurde in den Wannen und Wasserwerfern wahlweise durch die Rettungsgasse oder über den Standstreifen gerast. Hauptsache, man kommt pünktlich in den Feierabend, gell?

 
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