FC Ingolstadt 04 - Eintracht Braunschweig 3:3 (3:0) | 06.03.2010
27. Spieltag / 3. Liga / Tuja-Stadion (2.342 Zuschauer)
Nach fast drei Monaten und einem überstanden geglaubten Endloswinter stand für die Eintracht mit der Premiere beim FC Ingolstadt (19!)04 das erste Auswärtsspiel der Rückrunde auf dem Programm. Mit Hilfe des Lidl-Tickets wurde diese Fahrt wieder ein nettes Wochenende in München eingepackt.
Am Freitag wurde traditionell ein wenig „Kultur gemacht“, indem wir das Kloster in Benediktbeuern und das angrenzende Bräustüberl besuchten. War insgesamt alles recht nett anzusehen und die Berge waren auch nicht mehr weit weg. Ist schon was anderes als der Harz ;-)
Am Abend wurde dann spontan noch die Partie der 1860-Amateuere gegen die Kickers aus Stuttgart besucht. Wie sich herausstellte, waren wir nicht die einzigen Einträchtler, die von der Grünwalder Straße magisch angezogen worden. Nach ein paar Getränken in der Bierhalle unter der Haupttribüne erweiterte sich unsere Reisegruppe für den Samstag um Holger aus Köln.
Für die Nacht zum Samstag wurden von Norddeutschland kommend heftige Schneefälle angesagt und die Wetterfrösche hatten wirklich nicht zuviel versprochen. Der Winter gab noch mal einen kräftigen Nachschlag. Angesichts der üblen Witterungsverhältnisse waren wir mehr als froh, nur eine Stunde mit dem Regionalexpress fahren zu müssen. Diverse Autobesatzungen aus Braunschweig kämpften sich derweil durch den Schnee nach Süden. Im Zug gab es dann auch die Bestätigung, dass das Spiel angepfiffen werden würde. Diese Nachricht wurde dann auch gleich an diverse Autobesatzungen weitergegeben, die sich nun teilweise zumindest Hoffnung auf das Anschauen der zweiten Halbzeit machen konnten. In Ingolstadt kehrten wir im alten ESV-Sportheim ein, wo sich sogleich zwei nette Vertreter des FC 04 an unseren Tisch hockten. Beeindruckt von der Treue der Braunschweiger zu ihrer Eintracht gaben sie unumwunden zu, dass sich in Ingolstadt eigentlich kein Schwein für den Verein interessiert und die Zuschauerzahlen mehr als peinlich seien.
Kurz vor Spielbeginn war neben den Heimblöcken auch der Gästeblock noch sehr spärlich gefüllt. Viele der üblichen Mitfahrer steckten noch in Staus fest und so bildeten für den Anfang die Umlandfans die Mehrheit im Block. Der Rasen sah angesichts der Wetterkapriolen mehr als gut aus und war sehr gut frei geräumt worden. In München schneite es zur gleichen Zeit so dermaßen heftig, dass das Spiel von Unterhaching gegen Burghausen kurz vor Anpfiff abgesagt werden musste. Da hatten wir also noch mal richtig Glück gehabt. Eintracht begann gar nicht mal so schlecht, geriet aber Mitte der ersten Hälfte durch zwei hervorragend durchgeführte Angriffe des FC 04 innerhalb von wenigen Minuten in einen 2:0-Rückstand. Durch einen fragwürdigen Elfmeter konnten die Gastgeber vor der Pause noch auf 3:0 erhöhen und damit schien der Drops wie schon so oft bei Auswärtsspielen früh gelutscht zu sein. Hut ab vor den später eingetrudelten Fans, die trotz dieses Halbzeitstandes noch das volle Eintrittsgeld löhnten. Sie hätten jedoch bis Pausenende warten sollen, dann wäre ihnen die Halbzeitdarbietung des überaus peinlichen Stadionsprechers erspart geblieben. Der Typ hat es wirklich fast geschafft, den DFB-Sprecher in meiner Worst-of-List von Platz 1 zu verdrängen.
Im zweiten Abschnitt wurden die Anhänger dann Zeuge eines Aufbäumens der Löwen, welches wohl niemand mehr für möglich gehalten hätte. Durch einen Doppelschlag von Henn(!) kam die Eintracht wieder zurück in ein längst verloren geglaubtes Spiel. Die Gastgeber wurden deutlich nervöser und im Block breitete sich dann doch immer stärker eine „Hier geht echt noch was“-Stimmung aus. Sie Mitgereisten wurden belohnt, als Winter-Rückkehrer Kumbela den Ball zum Ausgleich in die Maschen köpfte(!). Alle drei Tore vielen geilerweise auch noch vor dem Gästeblock Wer die zweite Halbzeit an einem Liveticker verfolgen musste, kam sich sicher mehr als verarscht vor: drei Tore nach Standardsituationen und darunter zwei Tore von Henn. Geht nicht gibt’s nicht! Selten hat sich ein Unentschieden so sehr wie ein Sieg angefühlt wie am heutigen Tag. Nach dem Spiel ging es mit einem breiten Grinsen wieder in die ESV-Kneipe, wo wir weniger wegen unseren Farben als wegen unseres breiten Grinsens als Braunschweiger zu erkennen waren.