5. Spieltag / Regionalliga Nord / Steigerwaldstadion Erfurt (9.755 Zuschauer)
Nach drei Monaten war die die Ballerbus-Crew endlich wieder auf 4 Rädern unterwegs. Das Steuer übernahm heute Basti (zwei Tage zwischen Wembley und Erfurt, das ist die große Fußballwelt). Als Reisroute wählten wir die kürzeste aber auch kurvenreichste Variante über die B4. Immerhin konnte man so die Pausen mal nicht an den Standard-Autobahnraststätten einlegen, sondern an lustigen Bretterbuden am Wegesrand, wo es nicht nur geschrumpfte Biergarnituren sondern auch Cickenwings zu futtern gab. Es sollte nicht der letzte Shcreibfheler des Tages bleiben. Gegen 18h erreichten wir Erfurt, wo wir aus den Straßenbahnen mit überaus freundlichen Gesten begrüßte wurden. Am Stadion-Parkhaus durften wir dann auch die verbalen Begrüßungen unserer ostdeutschen Brüdern und Schwestern laut hörbar vernehmen („Miese Wessi-Schweine“ etc. Sieht so der Dank für 17 Jahre Soli aus? Der anwesenden Polizei wurde die Situation nach den Freundschaftsbekundungen von Braunschweiger Seite („Wir haben Arbeit und ihr nicht“) dann etwas zu unentspannt und wir wurden freundlich gebeten uns in Richtung Gästeblock zu begeben. Dieser wurde nach Begrüßung der Family schnell betreten, was heute leider nicht für alle so einfach war. Nicht wenige Leute wurde wieder genauestens kontrolliert und aufgehalten und erreichten so das Stadioninnere erst kurz vor dem Anpfiff.
Das Steigerwaldstadion würde ich persönlich als typisches DDR-Stadion bezeichnen, alleine schon der schicken Flutlichtmasten wegen. Die Haupttribüne ist mit einer zeltähnlich anmutenden Konstruktion überdacht, der Rest des Stadions steht im Regen, was heute allerdings nicht der Fall war, da der Sommer 2007 dann doch noch mal seinem Namen gerecht wurde.
Die Ausgangslage vor dem Spiel war nach der letzen Saison (leider) nicht wirklich ungewohnt. Eintracht trat mal wieder als Tabellenletzter an und der Gastgeber schmückte am heutigen Tage sogar das andere Ende der Tabelle. Auf dem Rasen zeigte sich dann aber ein gänzlich anderes Bild. Eintracht beherrschte das Spiel und kam bereits nach wenigen Minuten zu einem Strafstoß, der aber vom Erfurter Keeper glänzend abgewehrt wurde. Kurz vor der Pause wurde Eintracht dann aber doch noch durch eine Kopfball von Danneberg mit der hochverdienten Führung belohnt. So richtig freuen konnte man sich darüber nicht, denn diese Saison hatten wir schon mehrfach geführt und standen am Ende doch wieder mit leeren Händen da. Auch dieses Spiel stellte da wohl keine Ausnahme dar. Kurz nach der Pause glichen Erfurter mit einem Heber nach einem Freistoß etwas überraschend aus. Danach wurden die Gastgeber auch mehr und mehr spielbestimmender.
Umso erfreulicher fiel dann der erneute Führungstreffer für die Löwen durch Lars Fuchs. Nun hieß es zittern, wollte doch jeder der Mitgereisten endlich mal wieder einen Dreier mit nach Hause bringen. Aber auch heute wurde es wieder nichts. Nach einem Freistoß fiel nach Kopfballverlängerung das Tor zum Ausgleich. Für die Erfurter war es ein glücklicher Punktgewinn, für Eintracht ganz klar 2 verlorene Punkte, auch wenn man sich normalerweise über ein Unentschieden beim Tabellenführer sicher mehr gefreut hätte. Die Stimmung unter den rund 600 Mitgereisten (darunter die komplette B-Jugend, die sich tags darauf auch 2:2 von Erfurt trennte) war recht mittelmäßig. Die üblichen Verdächtigen sangen brav durch, was anderen wiederum nach einer Weile zu eintönig war. Insgesamt eine recht kurzweilige Veranstaltung mit einer ordentlichen Leistung der Eintracht, die sich heute erstmals wieder an den Zaun trauen durfte. Die Rückfahrt verlief fast ohne Zwischenfälle und dank NDR1 wurde auch wieder ordentlich gelacht und mitgesungen.