DFB-Pokal 1. Runde / Piepenbrock-Stadion an der Bremer Brücke (14.000 Zuschauer)
Zum ersten Mal seit gefühlten 100 Jahren musste die Eintracht in der 1. DFB-Pokalrunde als Profi wieder auswärts antreten. Als Gegner hatte die Losfee für uns den alten Regionalliga-Weggefährten VfL Osnabrück vorgesehen. Schade, ich hätte nichts gegen einen Ausflug nach Gera oder Pfullendorf gehabt. Aber der Pokalwettbewerb ist nun mal kein Wunschkonzert (den NFV-Pokal mal ausgenommen). Selbst wenn die Eintracht mit 9 Punkten die Tabelle der zweiten Liga anführen würde, hätte ich vor diesem Spiel nicht viel auf die Löwen gewettet. Auswärts als Favorit bei einem ambitionierten Regionalligisten? Das kann ja nur in die Hose gehen, schließlich hat sogar Eintracht solche Spiele gerne mal gewonnen. Nachdem nu auch noch der erschreckend desolate Saisonstart dazugekommen war, rechnete ich mir gar keine Chancen mehr aus. So sahen es viele, aber dennoch machte sich eine ordentliche Zahl von Leuten (ca 2.500) am Freitagnachmittag auf den Weg gen Westen. Auch die Jägi-Jungs waren heute erfreulicherweise mal wieder etwas zahlreicher vertreten. In Eilderts rollender Disco hatten sich noch der Präsi, der Praktikant und die Praktikantin eingebucht. Die Anfahrt verlief neben dem üblichen Gegurke durch Bad Oeynhausen ziemlich glatt und so waren wir schon gegen halb 6 auf dem wie immer weiträumig abgesperrten Platz hinter der Gästetribüne. Die nächste halbe Stunde verbrachte man dann mit Hallosagen und Händeschütteln, bevor es schließlich hineinging. Zum Intro präsentierten die Osnabrücker eine nette Choreo und die Blaugelben jede Menge Fähnchen.-Im Gegensatz zu den letzten Partien gab es diesmal keinerlei „Kühe-Schweine“-Bezug.
Zum Spiel will ich gar nicht mehr viel schreiben. Eintracht spielte wie erwartet nervös und knüpfte fast nahtlos an die beschissene Leistung der zuvor absolvierten Partien an. Irgendwie lief gar nichts zusammen und die Löwen blieben ohne Biss und ziemlich harmlos. Wenn es überhaupt so etwas wie eine Chance gab, dann auf Osnabrücker Seite. Zu Halbzeit fürchtete man schon, es könne noch Verlängerung geben, worauf aber keiner wirklich Bock hatte. Nach der Pause gab es auf beiden Seiten noch eine „Amateure raus aus Liga 3“ –,Aktion. Danach gab es noch ordentlich Rauch und ein paar Bengalen, die zwar nett aussahen, aber auf dem Spielfeld nichts zu suchen hatten. Genauso wenig Verständnis kann man für die paar Trottel haben, die mit Fahnenstangen auf unsere Auswechselspieler geworfen habe. Solche Minusmenschen braucht wirklich niemand in seinen eigenen Reihen. Die ganze Aktion zog eine ca. 5minütige Spielunterbrechung nach sich. Danach ging es gleich munter weiter, denn es gab einen Elfer für die Gastgeber. Einige Verschwörungstheoretiker wie unser Manager meinen sogar, dass es den wegen der Rauchaktion gab. Offensichtlich ist denen alles Recht, um vom eigenen Versagen abzulenken. Etwas später gab es dann noch einen glasklaren Elfer nach einem Foul von Stuckmann. Auch dieser wurde verwandelt und der Drops war gelutscht. Nach einem Konter fiel dann bald das 3:0, was aber keinen mehr so richtig interessierte. Man stand vor der Wurstbude und versuchte, Erklärungen für die katastrophale Verfassung der Mannschaft zu finden. Am Ende gab es dann noch einen Elfer für die Eintracht, den Kuru sicher verwandelte und somit im 4. Pflichtspiel den ersten Treffer der Saison erzielte. Wir verließen den Ort des Grauens kurz vor Abpfiff und entkamen so zum Glück der Vollsperrung auf der A2 und waren somit schon um 23h auf Jägi-Wegi’s Geburtstagsparty, wo man sich bis in den Morgen dem Alkohol hingab um das Gesehene zu vergessen.