Gewöhnlich freut man sich, wenn die Winterpause endlich überstanden ist (meist pünktlich zum ersten Wintereinbruch), aber wohl selten war die Motivation für eine Auswärtsfahrt geringer als heute. Aber irgendwie muss man ja doch hin :-)
So ging es mit Rocky, Basti und irgendwann auch Bernhard zum gefühlten 120sten Mal ins Hermann-Löns-Stadion nach Paderborn. Vor Ort tobten sich am Vormittag noch kräftige Orkanböen aus und die Austragung der Partie war offenbar bis Mittag noch nicht sicher. Trotz abgebrochener Äste und ganzer Bäume hatte man sich dann aber doch die Durchführung des Spiels entschieden. Gegen 12:30 öffnete sich dann ein (!) Tor und geduldig fanden die ca. 2000 angereisten Braunschweiger nach und nach Einlass in den leicht gelifteten Ground. Aufgrund der Provinzposse um den Baustopp des neuen Paderborner Stadions war man zur Erfüllung einiger DFL-Auflagen gezwungen, diverse Umbauten wie eine weitere Hintertortribüne zu Erhöhung der Kapazität auf die geforderten 12.000 durchzuführen. Schon ärgerlich, wenn man in so eine Ruine auch noch mehr Geld stecken muss :-). Immerhin blickt man jetzt nicht mehr auf das miese VIP-Zelt sondern auf eine Stahlrohrtribüne, deren Dach bei Orkan Kyrill in der Vorwoche einige Federn hat lassen müssen.Vor Ort kostete ich neben den pampigen Pommes auch mal ein Fischbouletten-Brötchen, dessen Inhalt aber sicherlich noch nie einen Fisch aus der Nähe gesehen hatte.
Nach und nach traf man die üblichen Leute wieder, einige davon zum ersten Mal in diesem Kalenderjahr. Irgendwann ging es dann auch in den Block und mit null Erwartungen ließ man das Spiel auf sich zukommen. Beide Mannschaften zeigten mehrfach eine erhebliche Abschlussschwäche und auch ansonsten war das Niveau der Partie nicht besonders hoch. Im zweiten Abschnitt passierte auf den Rängen der Gästekurve mehr als auf dem Platz. Neben einigen Sternschnuppen, von denen sich eine unnötigerweise in den Heimblock verirrte (das muss wirklich nicht sein!), qualmte es ordentlich mehrere Male, was der anwesenden Staatsmacht ein wenig zu bunt wurde sich daher genötigt sah, den Block zu entern. Damit man auch einen Grund vorweisen kann wurden ein paar willkürliche Festnahmen vorgenommen und ein paar Runden Pfefferspray für die Umstehenden gab es noch gratis noch dazu. Nun hagelte es aus dem aufgebrachten Mob Beamtenbeleidigungen in Millionenhöhe und irgendwann hatten die Cops ein einsehen und zogen sich zurück. Das ein paar Minusmenschen im Sitzplatz-Gästeblock der Polizei für ihre Verhaftungen sogar noch ernsthaft applaudierten war eine mehr als traurige Randnotiz an diesem Nachmittag. Mittlerweile machten im Block schon neue Varianten der 112-Kampagne der Subway ihre Runde. „11 Niederlagen – 2 Spielabbrüche war schon ganz nett, aber „11 Spielabbrüche – 2 Zwangsabstiege“ war dann noch besser. Ach ja, der Kick endete torlos und das eine Pünktchen brachte der Eintracht in ihrer ausweglosen Situation leider nicht wirklich viel. Die Rückfahrt verlief einigermaßen fix und so waren alle pünktlich zur Lindenstraße zu Hause, ob sie die nun gucken wollten oder auch nicht.