Während Rocky Basti und Melse sich mit Auto auf den kurzen Weg von Bochum nach Essen machten, fuhren Holgi, Simon und ich mit dem Zug in die Nachbarstadt. Am Bahnhof sammelten wir noch Patrick ein, der heute einmal mehr im Braunschweiger Block zu Gast sein sollte. Der Zug nach Essen war so was von alt und verranzt, dass man das Gefühl bekam, auf einer Klassenfahrt zu sein. In Essen frischten wir unsere Vorräte in einer kultigen, alten Tanke am Bahnhof auf bevor wir uns mit dem Taxi auf den Weg zur Hafenstraße machten. Auf eine Fahrt mit dem Sonderbus hatten wir dann doch keinen Bock. Am Stadion beobachteten wir noch eine Stunde das Treiben rund um die Tankstellte und angesichts des vorbeilaufenden Volkes wurden einmal mehr klar, dass die Essener Szene der Braunschweiger Szene mehr als ähnlich ist.
Der Gästeblock wurde ans Ende der Gegengeraden verlegt, was einen endlosen Fußmarsch einmal um den Pudding zur Folge hatte. Vor dem Block begrüßten wir dann die üblichen Gestalten und völlig unerwartet gab es heute Vollbier, was den Belagerungszustand an der Bierbude erklärte. Der Gästeblock könne eigentlich ganz geil sein, wenn nicht die Sicht durch ein engmaschiges Fangnetz getrübt würde. Um die 1500 Einträchtler hatten sich zum Anpfiff im Block eingefunden. Nach der starken Leistungssteigerung im letzen Spiel gegen den KSC waren viele mit einem Fünkchen Hoffnung nach Essen gekommen. Aber schon nach wenigen Minuten gab es den ersten Schock. Kastrati stolperte über seine eigenen Mauken und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Danach lief bei den Blaugelben nix mehr zusammen und man stellte das Fußballspielen gänzlich ein. Einfach nur erbärmlich, was aus dieser Mannschaft geworden ist. Das konnte man sich echt nicht mehr ansehen dachten sich viele und so verbrachte man die zweite Halbzeit mit der fast gleichen Truppe wie in Karlsruhe an der Bierbude. Auf der Rückfahrt ertränkte man seinen Frust mit weiteren Bieren und sinnierte darüber, ob die Vereinsführung wieder bis zum 9. Spieltag warten würde oder ob man die Notbremse eher zieht um die spielfreie Zeit zu nutzen.