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TSV Alemannia Aachen - Eintracht Braunschweig 2:1 (0:0) | 07.11.2005 Drucken

12. Spieltag / 2. Bundesliga / Stadion Tivoli, Aachen (17.011 Zuschauer)

Am heutigen Montagabend musste auch die Eintracht erstmals in dieser Spielzeit zum ungeliebten DSF-Montagabend-Termin ran. Das Gastspiel auf dem Aachener Tivoli schien den Fernsehmachern dieser Termin wert zu sein. Gut, dass die Pfeifen bei DSF die Eintracht zu Saisonbeginn offensichtlich als ziemlich schlecht eingestuft hatten und der Montags-Kelch bisher an uns vorüber gegangen war. Ganz im Gegensatz zu den Aachenern, die in der Hinrunde montagabends sogar 5x  auswärts ran „dürfen“. Wahrlich kein Geschenk.
Wie auch immer, für die heutige Tour hatte ich mich im 9-Sitzer bei Herrn Mehner eingebucht. Pünktlich um 13h ging in Salzghetto auf die Bahn. Leider weigerte sich der Bus konsequent, schneller als 100 km/h zu fahren, weshalb man flugs per Telefon einen Ersatzboliden orderte. Dies hatte einen ungewollten Ausflug in die verbotene Stadt zu Folge, wo wir nach einigen Komplikationen ein in ein frischen Wagen umsteigen durften. Nachdem wir am KIK in Wunstorf noch Goldi eingesammelt hatten, konnte Matze endlich Späne geben und die verlorene Zeit wurde so schnell wieder aufgeholt. Da größere Staus und Behinderungen ausblieben, waren wir schon um halb 7 am Tivoli. Vor dem Gästeeingang traf man dann die üblichen Verdächtigen und vertrieb sich die Zeit bis zum Anpfiff mit dem einen oder anderen Bierchen.
Das Stadion ist eines dieser alten Teile die ein unverwechselbares Flair besitzen. Alte Flutlichtmasten, 2 große Wälle in den Kurven (ähnlich wie in der „Alten Försterei“) und – was in den oberen Ligen wirklich selten geworden ist - Stehplätze auf der Geraden. Leider sterben solche Grounds ja langsam aus. Auch in Aachen liebäugelt man schon mit einem Neubau. Der Gästeblock liegt in der Ecke, wobei man durchaus gute Sicht auf das Spielfeld hat. Nur das Tor auf unserer Seite war durch diverse Reihen Zäune leider kaum zu erkennen.
Vor dem Spiel gab es auf beiden Seiten eine sehr schöne Anti-DSF-Intro, bei der auf Transparenten und Doppelhaltern klar zu verstehen gegeben wurde, was man von der durchs TV diktierten Spielplangestaltung hält. Davon war im TV natürlich nichts zu sehen. Man schaffte es vor lauter Werbung gerade noch, den Anstoß  zu zeigen. Später gab es dann noch einen „Scheiß DSF“-Wechselgesang zwischen Aachenern und Braunschweigern.
Es entwickelte sich im weiteren Verlauf eine äußerst rasante und kampfbetonte Partie, die das Prädikat Spitzenspiel durchaus verdiente. Supportmäßig war es mit knapp 400 Löwenfans sehr schwer, gegen die Aachener anzustinken, da diese schließlich auch noch ein Dach über dem Kopf vorzuweisen hatten. Torlos ging es zum Pausentee, was viele Einheimische zu lautstarken Pfiffen motivierte. Offensichtlich sind die Ansprüche hier doch sehr hoch und Braunschweig gehört in den Augen einiger als Aufsteiger mal eben 4:0 weggeputzt.
Der zweite Abschnitt begann dann mit einem Knalleffekt auf Aachener Seite. Stuckmann klärt einen guten Fernschuss direkt vor die Füße von Ebbers, der nur noch einschieben muss. Aber die Blaugelben bewiesen zum wiederholten Mal, dass sie nicht so schnell aufgeben und spielten kontinuierlich gut weiter. Nach einer wunderschönen Ecke von Tauer köpfte Amedick zum Ausgleich ein. Der Block tobte nun mächtig und nun wurde noch mal alles gegeben. Ein Punkt in Aachen wäre doch eine richtig geile Sache. Leider wurde daraus nichts denn der Mann des Abends wurde zur tragischen Figur: Bei dem Versuch eine Flanke zu klären, verlängerte Amedick unglücklich und erzielte eine Viertelstunde nach seinem ersten Zweitligator auch sein erstes Zweitliga-Eigentor. So ein Ärger aber auch. Die Löwen versuchten noch tapfer, sich gegen die Niederlage zu stemmen, mussten sich aber am Ende geschlagen geben. Eine Punkteteilung wäre hier sicherlich gerecht gewesen. Aber für „hätte, wäre, wenn“ gibt es ja bekanntermaßen nichts zu kaufen und so bleibt als Trost nur die Erkenntnis, dass unsere Jungs gegen die starke und erfahrene Aachener Mannschaft ebenbürtig mitgehalten hat.
Die Rückfahrt verlief einigermaßen ereignislos nach einem Zwischenstopp beim Goldenen M in Göttingen waren wir gegen 4h wieder in Braunschweig. Diese Montagsspiele braucht wirklich kein Mensch!

 
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