37. Spieltag / Regionalliga Nord / Hermann-Löns-Stadion Paderborn (10.222 Zuschauer)
Nach den enttäuschenden Auftritten der Eintracht am Millerntor und gegen Union stand heute der vorentscheidende Kick beim Tabellenführer Paderborn an. Um im Aufstiegsrennen zu bleiben musste heute ein Sieg her. Ich bin ehrlich, gerade nach dem Spiel beim FC St. Pauli habe ich keine Hoffnung gehabt, dass hier und heute in Paderborn was gehen würde, zumal die letzten beiden Auftritte im Hermann-Löns-Stadion immer bescheiden waren (was allerdings immer an den Schiris lag).
Für die heutige Tour hatte ich leichtsinnigerweise schon Monate zuvor für eine Busfahrt beim Fanclub „Elvan-Power“ zugesagt, da auch eine große Anzahl meiner Jägi-Jungs hier mitfahren sollte. Unser Präsi hatte noch damit geworben, dass Ahmet einen „Super Reisebus“ klargemacht hätte. Dieser entpuppte sich bei meiner Ankunft am Treffpunkt allerdings als uralter Linienbus, der augenscheinlich noch 5 Minuten TÜV auf der Plakette hatte. Angetrieben von meinem Siebten Sinn sicherte ich mir noch vor dem Einsteigen eine Rückfahrgelegenheit im Auto von Togy, wohl in der Ahnung dass das nicht gut gehen konnte.
Unser Busfahrer (wie er im Buche steht) versprach uns nach dem Losfahren lachend, dass er angesichts der schon jetzt um 10h morgens tropischen Temperaturen gleich auf der Autobahn die Klimaanlage einschalten würde. Das tat er dann auch, indem er die Strecke nach Paderborn komplett mit offener Fahrertür absolvierte. Er störte sich auch nicht daran, dass in dem im Normalfall für Kinderwagen etc. reservierten Bereich ein Bistro-Bereich eröffnet wurde, in dem ein Teil der Mitfahrer die komplette Strecke im Stehen absolvierte.
En nächsten Kracher brachte unser Fahrer dann beim Verlassen der Autobahn, als er die Rechtskurve ein wenig zu eng nahm und mit dem Bus in der Leitplanke hängen blieb. Nachdem kurzer Begutachtung fragte er in den Bus, wie rum er denn nun kurbeln müsse, um da wieder rauszukommen. Mannomann, der Typ toppte echt alles. Nachdem wir uns unter lautstarken metallischen Kratz- und Schleifgeräuschen wieder aus der Leitplanke ausgehakt hatten, ging es wieder zurück auf die Bahn, denn wir waren eine Ausfahrt zu früh abgefahren.
An der nächsten Abfahrt nahm uns dann ein Zivilwagen der Polizei in Empfang und lotste uns einmal quer durch Geschäftstraßen zum Stadion. Trotz Zwischenrufen wie „Achtung, parkende Autos links“ usw. brachte unser Fahrer uns aber ohne weitere Kollisionen zum Busparkplatz am Stadion. Hier enterte gleich eine Knüppelgarde den Bus und ließ sich die Eintrittskarten vorzeigen.
Wer aber gedacht hätte, dass die Paderborner verantwortlichen angesichts des erwarteten Andrangs für zusätzliche Ordner und Einlassmöglichkeiten gesorgt hätten, sah sich getäuscht. Am Eingang zu meinem Block staute es sich an dem einen Tor ewig weit zurück. So was Provinzielles. Was will dieser Verein in der Zweiten Liga? Man stelle sich vor, die eigene Mannschaft kann zu Hause durch einen Sieg aufsteigen und das Stadion ist erst in der Woche vor dem Spiel ausverkauft? Aber jetzt kommt’s: Von den verkauften 10.000 Karten sind auch noch über die Hälfte nach Braunschweig gegangen. Peinlich, peinlich….
Aber der Veranstalter setzte noch einen drauf, in dem er in beiden Gästeblöcken nur einen Getränkestand zur Verfügung stellte. Die Folge neben langen Wartezeiten war, dass es zur Halbzeit schon kein Wasser mehr gab. Und das bei Temperaturen von über 30 Grad. Ziemlich fahrlässig, wie ich finde. Es ist unfassbar, dass es diese Bauernvereine auch nach Jahren nicht begriffen haben, dass bei einem Gastspiel der Eintracht auch gerne mal ein paar Leute mehr mitfahren. Da wird echt bares Geld verschenkt.
Nun aber zum Spiel. Wie gesagt, ich persönlich habe wirklich überhaupt nichts erwartet und wurde glücklicherweise positiv überrascht, den die Löwen fanden ihre Bestform wieder und boten wahrscheinlich die beste Leistung in der Rückrunde. Völlig verdient ging man so auch 2:0 in Führung (2x Kuru, wer sonst?). Nach der Pause kamen die Paderborner dann leider durch einen Elfmeter wieder zurück in die Partie. Bei meinem dritten Besuch in Paderborn war dies nunmehr der vierte Elfmeter für die Möbelpacker. Aber diesmal allerdings sogar gerechtfertigt. Die Gastgeber drückten nun ein wenig stärker und ich möchte nicht weiter darüber nachdenken, was gewesen wäre, wenn der Lattenkracher ein wenig tiefer auf das Braunschweiger Tor geflogen wäre. Kurz vor dem Ende erhöhte Eintracht dann aber nach einer Ecke (!) auf 3:1 und entschied damit die Partie verdient für sich. Nachdem unsere Jungs noch die für die Paderborner Aufstiegsfeier heran gekarrte Beschallungsanlage abgeklemmt hatten, konnte die Party dann auch richtig losgehen. Nun fehlt nur noch ein Sieg am letzten Spieltag für den Aufstieg in Liga 2. Aber das ist eine andere Geschichte…
Die Rückfahrt mit Togy, Andreas, Holgi und Uwe verlief dann ganz entspannt (mal abgesehen vom üblichen Abfahrts-Verkehrschaos auf dem Parkplatz. Aber das war immer noch besser als die Rückreise in dem Bus anzutreten, denn am Abend erhielt ich dann noch einen Anruf vom Präsi: Auf der Bahn war ein Reifen geplatzt und mangels Reserverad musste die Truppe den Rest der Reise mit dem Zug antreten. Als die armen Hunde dann endlich wieder in Braunschweig eintrafen, war ich schon 2 Stunden auf der Geburtstagsparty von Roman. Prost!